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SysKonnect Ratgeber für Netzwerktechnik

Heimnetzwerk

Netzwerkdose anschließen: LSA-Technik, Belegung und Durchgangsprüfung

Netzwerkdose anschließen: Belegung nach T568A oder T568B, Adern mit dem LSA-Werkzeug auflegen und die Leitung danach auf Durchgang prüfen.

Von Redaktion SysKonnect

Kurz gesagt

Die acht Adern werden ohne Abisolieren mit einem LSA-Auflegewerkzeug in die Schneidklemmen gedrückt, nach T568A oder T568B und an beiden Enden der Leitung nach demselben Schema. Danach zeigt ein einfacher Leitungsprüfer, ob jeder Kontakt am richtigen Gegenkontakt ankommt; die Übertragungsqualität bei hohen Datenraten beurteilt er nicht.

Netzwerkdose anschließen: Vorbereitung und Material

Eine Netzwerkdose verbindet die fest verlegte Leitung in der Wand mit einem Netzwerkkabel zum Computer, Router oder einem anderen Gerät. Für eine zuverlässige Verbindung müssen die acht Adern korrekt zugeordnet und sauber in die Schneidklemmen eingesetzt werden. Die LSA-Technik stellt dabei den elektrischen Kontakt her, ohne dass Sie die einzelnen Adern vorher abisolieren.

Vor Beginn sollten Sie die vorhandene Leitung und die Anschlussmodule prüfen. Nicht jede Dose ist gleich aufgebaut: Die Beschriftung der Klemmen und die vorgesehene Einführungsrichtung der Adern können sich unterscheiden. Maßgeblich sind deshalb die Markierungen am Modul und dessen Montagehinweise.

Das benötigen Sie

  • Eine Netzwerkdose mit passendem Anschlussmodul
  • Ein LSA-Auflegewerkzeug, das zum Modul passt
  • Einen Seitenschneider oder ein geeignetes Werkzeug zum Kürzen überstehender Adern
  • Einen einfachen Leitungsprüfer mit passenden Anschlüssen für Netzwerkdosen
  • Bei Bedarf einen Schraubendreher und eine Abisolierhilfe für den Kabelmantel

Ein LSA-Werkzeug drückt die Ader in die Schneidklemme und trennt bei vielen Ausführungen das überstehende Ende ab. Ob die Schneidfunktion des Werkzeugs für das jeweilige Modul geeignet ist, sollte vor dem Auflegen geprüft werden. Eine Schere oder ein ungeeignetes Werkzeug kann Adern beschädigen oder ungleichmäßig abschneiden.

Arbeiten Sie nur an einer spannungsfreien Netzwerkleitung. Netzwerkleitungen sind nicht für den Anschluss an Netzspannung gedacht. Wenn Sie nicht sicher feststellen können, welche Leitung Sie vor sich haben, oder wenn Leitungen für Strom und Netzwerk unklar zusammengeführt sind, lassen Sie die Situation von einer Elektrofachkraft beurteilen.

Belegung der Netzwerkdose: T568A und T568B

Für den Anschluss werden die acht Adern eines Netzwerkkabels nach einem festgelegten Schema auf die Kontakte verteilt. Üblich sind die Belegungen T568A und T568B. Beide verwenden dieselben Adernpaare, ordnen aber das orange und das grüne Paar unterschiedlich den Kontakten zu.

Die Kontaktzahlen finden Sie normalerweise neben den Klemmen. Häufig zeigen farbige Markierungen sowohl die Zuordnung für T568A als auch für T568B. Folgen Sie durchgehend nur einer dieser Beschriftungen. Die Farben sind eine Orientierung; entscheidend sind die Kennzeichnungen direkt am Anschlussmodul.

Farbzuordnung bei T568A

  • Kontakt 1: Weiß-Grün
  • Kontakt 2: Grün
  • Kontakt 3: Weiß-Orange
  • Kontakt 4: Blau
  • Kontakt 5: Weiß-Blau
  • Kontakt 6: Orange
  • Kontakt 7: Weiß-Braun
  • Kontakt 8: Braun

Farbzuordnung bei T568B

  • Kontakt 1: Weiß-Orange
  • Kontakt 2: Orange
  • Kontakt 3: Weiß-Grün
  • Kontakt 4: Blau
  • Kontakt 5: Weiß-Blau
  • Kontakt 6: Grün
  • Kontakt 7: Weiß-Braun
  • Kontakt 8: Braun

Verwenden Sie an beiden Enden der fest verlegten Leitung dieselbe Belegung. Wenn eine Netzwerkdose mit einer zweiten Dose, einem Patchpanel oder einem weiteren Anschluss verbunden ist, muss auch dort dasselbe Schema eingehalten werden. Eine abweichende Zuordnung kann dazu führen, dass die Leitung nicht wie vorgesehen arbeitet.

LSA-Technik: Adern sauber auflegen

LSA-Klemmen stellen den Kontakt her, indem sie die Ader beim Einpressen zwischen scharfe Kontaktflächen führen. Die Isolierung wird dabei lokal durchtrennt. Die Ader sollte deshalb weder vorab abisoliert noch unnötig stark gebogen werden.

Kabelmantel und Adern vorbereiten

Entfernen Sie zunächst nur so viel vom äußeren Kabelmantel, wie für das Einlegen in die Dose erforderlich ist. Achten Sie darauf, die darunterliegenden Aderisolationen nicht anzuschneiden. Bleiben Sie mit dem Werkzeug flach und arbeiten Sie vorsichtig, damit keine Ader verletzt wird.

Ordnen Sie die Adernpaare anhand der Markierungen auf dem Modul. Verdrillen Sie die Paare nicht weiter auf, als für das Einlegen nötig ist. Die miteinander verdrillten Adern gehören zusammen; werden sie vertauscht, kann die Verbindung trotz scheinbar passender Farben gestört sein. Lassen Sie die Adern zunächst etwas länger, damit Sie ihre Lage korrigieren können.

Bei vielen Installationskabeln sind die Adern für den festen Einbau ausgelegt. Welche Leiterarten mit dem jeweiligen LSA-Modul kompatibel sind, hängt von dessen Bauart ab. Prüfen Sie diese Angabe, bevor Sie das Kabel auflegen. Ein nicht passender Leiter kann in der Klemme keinen dauerhaften Kontakt bekommen.

Adern mit dem Auflegewerkzeug einsetzen

Legen Sie jede Ader in die entsprechend markierte Klemme. Prüfen Sie vor dem Einpressen, ob Farbe und Kontaktposition zum gewählten Schema passen. Drücken Sie die Ader dann mit dem LSA-Werkzeug in die Klemme. Die Schneidseite des Werkzeugs muss dabei so ausgerichtet sein, dass sie das überstehende Aderende dort abschneidet, wo es vorgesehen ist.

Arbeiten Sie Kontakt für Kontakt und kontrollieren Sie die Lage der Adern zwischendurch. Ziehen Sie eine korrekt aufgelegte Ader nicht wieder heraus, nur um sie neu auszurichten: Wiederholtes Auflegen kann die Ader oder den Kontakt beeinträchtigen. Ist eine Ader sichtbar beschädigt, kürzen Sie sie bis zu einer unbeschädigten Stelle und setzen Sie sie erneut auf, sofern genügend Länge vorhanden ist.

Wenn alle acht Adern aufgelegt sind, kontrollieren Sie, ob sie fest in ihren Klemmen sitzen und keine blanken oder lose herausragenden Aderstücke vorhanden sind. Kürzen Sie überstehende Enden, falls das Werkzeug dies nicht erledigt hat. Befestigen Sie anschließend das Kabel an der vorgesehenen Zugentlastung, ohne es scharf abzuknicken oder unter Spannung zu setzen.

Netzwerkdose montieren und Anschluss prüfen

Ordnen Sie das Kabel so in der Dose an, dass es nicht auf die Anschlusskontakte drückt. Achten Sie darauf, dass beim Einsetzen in die Unterputzdose keine Ader aus einer Klemme gezogen wird. Montieren Sie den Einsatz entsprechend seiner Bauart und bringen Sie danach die Abdeckung an. Bei einer Dose mit zwei Anschlüssen ist jeder Anschluss separat zu belegen und zu prüfen.

Durchgangsprüfung mit einem Leitungsprüfer

Ein einfacher Leitungsprüfer kann kontrollieren, ob die Kontakte am einen Ende mit den vorgesehenen Kontakten am anderen Ende verbunden sind. Verbinden Sie die Prüfeinheiten mit den beiden Endpunkten der Leitung und wählen Sie die passende Anschlussart. Je nach Gerät werden die Kontakte einzeln angezeigt oder mit Leuchtanzeigen dargestellt.

Achten Sie auf eine vollständige und in der vorgesehenen Reihenfolge angezeigte Zuordnung. Fehlt ein Kontakt, kann eine Ader unterbrochen oder nicht richtig aufgelegt sein. Zeigt das Gerät eine andere Reihenfolge, prüfen Sie, ob Adern vertauscht wurden oder an einem Ende unterschiedliche Belegungsschemata verwendet werden.

Ein einfacher Durchgangsprüfer erkennt nicht zwangsläufig jede Störung der Übertragungsqualität. So kann eine Leitung bei der Kontaktzuordnung unauffällig erscheinen, obwohl ein Aderpaar nicht korrekt zusammengeführt wurde oder die Verbindung bei höheren Datenraten Probleme verursacht. Für eine weitergehende Beurteilung sind dafür ausgelegte Messgeräte und entsprechende Fachkenntnisse erforderlich.

Häufige Fehlerquellen erkennen

  • Falsche Kontaktzuordnung: Vergleichen Sie jede Ader mit der Farbbeschriftung am Modul und verwenden Sie an beiden Enden dasselbe Schema.
  • Zu weit aufgedrehte Adernpaare: Halten Sie die Verdrillung möglichst nah an den Anschlusskontakten aufrecht.
  • Beschädigte Aderisolation: Schneiden Sie den Mantel vorsichtig ein und prüfen Sie die Adern vor dem Auflegen auf Kerben.
  • Ader nicht vollständig eingesetzt: Drücken Sie sie mit dem geeigneten Werkzeug korrekt in die Schneidklemme.
  • Kabel unter Zug oder stark geknickt: Befestigen Sie es an der Zugentlastung und führen Sie es ohne scharfe Knicke in die Dose.
  • Uneinheitliches Schema: Kontrollieren Sie Dose und Gegenstelle, statt nur einen Anschluss erneut aufzulegen.

Wenn nach einer sorgfältigen Sichtkontrolle weiterhin keine Verbindung zustande kommt, sollte die Leitung nicht wiederholt auf Verdacht umgeklemmt werden. Eine systematische Prüfung der einzelnen Kontakte und des gesamten Leitungswegs hilft, die Fehlerstelle einzugrenzen.

Fazit

Für eine zuverlässige Netzwerkdose müssen Belegung, Aderpaare und LSA-Kontakte sorgfältig zusammenpassen. Wählen Sie T568A oder T568B, halten Sie das Schema an beiden Enden ein und prüfen Sie die Kontaktzuordnung nach der Montage. Bei beschädigten Leitungen oder Unsicherheit bei der Installation sollte eine Elektrofachkraft übernehmen.

Wie die Leitungen an einer zentralen Stelle zusammenlaufen, steht unter Patchpanel und Netzwerkschrank im Haus; wie sich das fertige Netz logisch in Bereiche aufteilen lässt, unter VLAN im Heimnetz. Weitere Themen rund um die Verkabelung sammelt die Rubrik Heimnetzwerk.

Häufige Fragen

Kann eine Netzwerkdose auch auf einer Aufbaufläche montiert werden?

Ja, dafür gibt es Dosen und Gehäuse, die für eine Montage auf der Wandoberfläche vorgesehen sind. Achten Sie darauf, dass das Gehäuse zur Dose passt und das Kabel geschützt eingeführt werden kann. Die Belegung der Kontakte erfolgt nach demselben Schema wie bei einer Unterputzdose.

Was bedeutet eine geschirmte Netzwerkdose?

Eine geschirmte Dose besitzt leitfähige Bauteile, die Teil der Schirmung des Anschlusses sind. Damit die Schirmung durchgängig wirkt, müssen auch Kabel, Gegenstelle und Montage den passenden Aufbau unterstützen. Die Schirmung ersetzt weder die korrekte Aderbelegung noch eine Prüfung der Leitung.

Kann eine beschädigte LSA-Klemme wiederverwendet werden?

Das hängt von der Ausführung und dem Zustand des Anschlussmoduls ab. Wenn ein Kontakt verbogen, locker oder sichtbar beschädigt ist, sollte die Dose nicht als zuverlässig angeschlossen betrachtet werden. Lassen Sie das Modul von einer fachkundigen Person beurteilen und bei Bedarf ersetzen.

Warum funktioniert die Verbindung nur an einem der beiden Anschlüsse?

Bei einer Doppeldose werden die beiden Anschlüsse gewöhnlich getrennt aufgelegt und geprüft. Ein funktionierender Anschluss bestätigt daher nicht automatisch, dass auch der zweite korrekt angeschlossen ist. Kontrollieren Sie dessen Adern, Belegung und Verbindung zur jeweiligen Gegenstelle separat.